Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bundeskanzler Friedrich Merz für Deutschlands Reaktion auf den Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Halle/Leipzig gedankt. In einem Telefonat informierte Merz ihn über die gegen Russland verhängten Strafmaßnahmen.
Selenskyj bezeichnete den Vorfall als weitere Eskalation Russlands. Deutschland habe darauf reagiert, teilte der ukrainische Präsident in sozialen Netzwerken mit. Zugleich bot er der Bundesregierung erneut Unterstützung bei der Abwehr von Drohnen an.
Die Ukraine sei bereit, Deutschland mit Fachwissen und Erfahrungen zu helfen oder Unterstützung in anderen Bereichen zu leisten, sagte Selenskyj nach dem Gespräch. Nach seinen Angaben sprachen die beiden Politiker außerdem über ein geplantes Abkommen zur Drohnenabwehr. Deutschland und die Ukraine arbeiteten derzeit daran, den Vertragstext fertigzustellen.
Das Abkommen könne beiden Ländern zusätzliche Möglichkeiten zum Schutz bieten, erklärte Selenskyj. Einen Termin für die Unterzeichnung nannte er zunächst nicht. Merz und Selenskyj vereinbarten demnach jedoch ein persönliches Treffen.
Der ukrainische Präsident dankte dem Bundeskanzler zudem für die deutsche Unterstützung und die Rolle Deutschlands beim Schutz der ukrainischen Bevölkerung. Noch im selben Monat sollten neue Flugabwehrpakete aus Deutschland eintreffen. Selenskyj schloss seine Mitteilung mit den Worten: „Danke, Deutschland! Danke, Friedrich!“
Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, Merz habe Selenskyj in dem Telefonat auch darüber informiert, dass die Bundesregierung Russland für den Anschlagsversuch in Leipzig verantwortlich mache. Der Kanzler habe zudem betont, dass die Ukraine mit einer entschlossenen Fortsetzung der zivilen und militärischen Unterstützung Deutschlands rechnen könne.
Nach Angaben aus dem Gespräch dankte Selenskyj Merz für die deutsche Hilfe, insbesondere im Bereich der Luftverteidigung. Merz gehört in der Ukraine zu den beliebtesten ausländischen Politikern. Deutschland gilt dort inzwischen als weltweit größter Unterstützer der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.
Russland bezeichnete die am Flughafen Halle/Leipzig gefundene Drohne mit einem nicht intakten Zünder als „billige Provokation“. Moskau beschuldigte interessierte militaristische Kreise im Westen, den Vorfall zur Rechtfertigung höherer Rüstungsausgaben in Deutschland und weiterer Milliardenhilfen für die Ukraine zu nutzen. Russland kündigte Gegensanktionen an.