Der deutsche Rüstungsunternehmer Stefan Thumann lebt nach eigenen Angaben unter strengen Sicherheitsvorkehrungen an geheim gehaltenen Orten. Der Gründer und Chef des Unternehmens Donaustahl liefert Drohnen an die Ukraine und berichtet von einem mutmaßlichen Mordkomplott des russischen Geheimdienstes gegen ihn.
In einem Podcast mit BILD-Vize Paul Ronzheimer sagte Thumann, er halte sich während der Aufnahme in einer deutschen Großstadt auf. Genauere Angaben zu seinem Aufenthaltsort könne er nicht machen. Er sei vollständig isoliert und lebe allein mit seinen Personenschützern. Seine Familie habe er seit Monaten nicht gesehen, die Kommunikation laufe ausschließlich über verschlüsselte Messenger-Dienste.
Nach Thumanns Darstellung wurde er kurz vor Weihnachten 2025 von Behörden über eine mögliche Gefahr informiert. Die Informationen seien zunächst schrittweise übermittelt worden. Wenige Tage später sei ein erster sogenannter Low-Level-Agent festgenommen worden. Dabei handelt es sich laut der Darstellung um Personen, die einfache Spionageaufgaben übernehmen und etwa Orte auskundschaften.
Thumann erklärte, er habe seine offiziellen Anschriften zu sogenannten Honeypots umfunktioniert. Die Orte seien kameraüberwacht worden, um verdächtige Personen zu erkennen. Auf diese Weise hätten deutsche Behörden den ersten Agenten innerhalb weniger Stunden festnehmen können. Später sei ihm mitgeteilt worden, dass die Bedrohung aus Russland komme und sehr ernst sei.
„Dann sollte ein Mordanschlag mittels Gift ausgeführt werden“, sagte Thumann in dem Gespräch. Aus dem Bundestag habe er später erfahren, dass eine Vergiftung mit dem Nervengift Nowitschok geplant gewesen sein soll. Diese Darstellung wird im vorliegenden Material als Aussage des Unternehmers wiedergegeben.
Wegen der möglichen Giftgefahr habe sein Sicherheitsteam Vorkehrungen getroffen. Einer seiner Personenschützer sei als Rettungssanitäter ausgebildet und zusätzlich für Vergiftungsfälle geschult worden. Medikamente würden griffbereit gehalten, um bei eindeutigen Vergiftungserscheinungen schnell reagieren zu können.
Thumann sagte außerdem, er habe ein Testament, eine Organspende-Erklärung und eine Patientenverfügung erstellt. „Mein Tod ist in dieser Geschichte zumindest einkalkuliert“, erklärte er. Zugleich betonte er, für die Firma seien Vorkehrungen getroffen worden, falls er nicht mehr da sein sollte.
Donaustahl liefert nach Angaben aus dem Gespräch unter anderem Kampfdrohnen an die Ukraine. Als Abnehmer nannte Thumann die ukrainische Einheit „Kraken“. Mit Blick auf russische Aktivitäten in Deutschland sagte er, er wolle nicht mehr von einem hybriden Krieg sprechen. Deutschland und Russland befänden sich seiner Einschätzung nach im Krieg; Sabotage sei ein Kriegsakt.