Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat ein Parteiausschlussverfahren gegen ihren Rostocker Direktkandidaten Sascha Gläser eingeleitet. Der 42-Jährige soll seine kriminelle Vergangenheit vor der Kandidatur verschwiegen haben. Nach Angaben der „Ostsee-Zeitung“ wirft die Partei ihm deshalb einen erheblichen Vertrauensbruch vor.
Gläser kandidiert im Rostocker Wahlkreis 7 für die AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Der gelernte Informationselektroniker war nach den vorliegenden Angaben unter anderem als Teamleiter und IHK-Ausbilder tätig. Seine frühere Verurteilung wegen eines Bankraubs war innerhalb der Partei zunächst nicht bekannt.
Am 19. Dezember 2012 hatte Gläser eine Filiale der Volksbank in Duisburg-Rumeln überfallen. Dabei soll er seine Jacke geöffnet, eine vermeintliche Schusswaffe gezeigt und von einer Kassiererin Bargeld gefordert haben. Wegen der Tat wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Rostocks AfD-Chef Michael Meister zeigte sich enttäuscht darüber, dass Gläser die Vergangenheit nicht offengelegt habe. Generalsekretär Dario Seifert betonte dem Bericht zufolge, Resozialisierung sei grundsätzlich richtig. Vor einer Kandidatur müsse man mit der eigenen Vergangenheit jedoch offen umgehen. Das Verschweigen wertete die Partei als „erheblichen Vertrauensbruch“.
Gläser selbst sieht nach eigenen Angaben keinen Verstoß gegen die Parteiregeln. „Rechtlich gesehen müsste ich das nicht“, sagte er. Außerdem erklärte er: „Ich habe mit meiner Kandidatur gegen keine Regeln verstoßen.“
Unabhängig vom weiteren Verlauf des Verfahrens will sich Gläser aus dem Wahlkampf zurückziehen. Auch im Fall eines Wahlsiegs wolle er das Mandat nicht annehmen. Er begründete diesen Schritt damit, dass er die Partei im Wahlkampf nicht schädigen wolle.
Ob die AfD den Parteiausschluss tatsächlich durchsetzt, muss das Landesschiedsgericht entscheiden. Gläser selbst rechnet offenbar nicht damit, dass es dazu kommt. Er könne sich nicht vorstellen, dass das Verfahren erfolgreich abgeschlossen werde.