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September 1, 2026
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Nepal zählt nach Himalaja-Flut mehr als 1000 Tote

Nach der Sturzflut im Himalaja sind in Nepal nach Angaben der Polizei mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Gleichzeitig werden weiterhin mehr als 5100 Menschen vermisst. Die Flut hatte Nepal und Tibet schwer getroffen.

Knapp eine Woche nach der Katastrophe meldete die Polizei in Kathmandu 1000 Tote allein auf nepalesischem Gebiet. Für die tibetische Seite hatte China zuletzt 16 Todesopfer genannt. In Nepal besteht zu fast 4600 Menschen weiterhin kein Kontakt, in Tibet gelten knapp 550 Menschen als vermisst.

Die Zahlen sind nach Angaben der nepalesischen Behörden vorläufig. Vollständige Namenslisten liegen bislang nicht vor. Viele Angaben stammen von Angehörigen, Freunden oder anderen Kontaktpersonen und wurden telefonisch übermittelt. Die Erstellung einer vollständigen Vermisstenliste werde noch einige Zeit dauern.

Ausgelöst wurde die Katastrophe durch eine Flut aus Wasser, Eis, Schlamm und Geröll, die nach einem Gletscherabbruch in die betroffenen Gebiete gelangte. In Nepal und Tibet richtete sie massive Zerstörungen an.

In Betrawati im nepalesischen Distrikt Nuwakot entdeckten Einsatzkräfte in einem Gebäude 24 Leichen. Acht Tote wurden bereits geborgen, 16 weitere sollten noch geborgen werden. Von manchen Opfern wurden nur Knochenfragmente oder Leichenteile gefunden. Die sterblichen Überreste könnten nach Angaben der Behörden mithilfe von DNA-Analysen identifiziert werden.

Die Rettungskräfte erreichen zunehmend auch abgelegene Gebirgsregionen auf dem Landweg. Zuvor waren Such- und Rettungsmannschaften vor allem auf den Lufttransport angewiesen. Zudem wurde die Suche nach Hunderten vermissten Arbeitern verstärkt, die in den Tunnelsystemen beschädigter Wasserkraftanlagen vermutet werden.

Nach Angaben des Verbands unabhängiger Stromerzeuger in Nepal waren zwölf Wasserkraftprojekte betroffen, die sich in Betrieb oder im Bau befanden. Fast 900 Beschäftigte waren demnach nicht erreichbar. Nepalesische Sicherheitskräfte arbeiten bei der Suche mit Spezialistenteams aus Indien und China zusammen.

Hilfsorganisationen warnen unterdessen vor wachsenden Gesundheitsrisiken. In den betroffenen Gebieten herrschen demnach teilweise katastrophale hygienische Bedingungen. Menschliche und tierische Überreste, Abfälle und stehendes Wasser könnten die Gefahr von Krankheiten erhöhen. In Notunterkünften würden bereits Kinder mit Fieber und Atemwegsinfektionen behandelt. Besonders befürchtet werden Durchfallerkrankungen wie Cholera, Hautinfektionen und Dengue-Fieber.

Auch die Informationslage über das Ausmaß der Katastrophe in Tibet steht in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen berichten, Journalisten sei der Zugang zum Katastrophengebiet und zu betroffenen Familien untersagt worden. Aus dem Südwesten Tibets berichteten bislang nur staatliche Medien. Die chinesische Führung weist Vorwürfe einer Zensur zurück.

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