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Sandfarbene Matten auf Sylt sollen invasive Kartoffelrose zurückdrängen

Auf Sylt werden große sandfarbene Spezialmatten ausgelegt, um die Ausbreitung der Kartoffelrose einzudämmen. Die Teppiche liegen unter anderem am Straßenrand, auf Parkplätzen, in Strandnähe und in den Dünen. Insgesamt sollen fünf Hektar mit dem lichtundurchlässigen Geotextil bedeckt werden.

Das Pilotprojekt kostet nach Angaben aus dem vorliegenden Artikel rund 400.000 Euro. Die Matten sollen zwei Jahre liegen bleiben. Sie nehmen den Pflanzen das Sonnenlicht und sollen dadurch dafür sorgen, dass die Kartoffelrose, wissenschaftlich Rosa rugosa, langfristig abstirbt.

Die aus Ostasien stammende Pflanze breitet sich nach Angaben des Kreises Nordfriesland schnell aus und verdrängt heimische Dünengräser. Dazu gehört der Strandhafer, der für den Küstenschutz eine wichtige Rolle spielt. Mit seinem weit verzweigten Wurzelwerk befestigt er den Sand und kann auch bei Sandverwehungen weiterwachsen.

Unter den dichten Büschen der Kartoffelrose bleibt der Boden dagegen locker. Dadurch können Dünen instabil werden. Als mögliche Folgen werden Sandabbrüche und Erosion genannt.

Die Kartoffelrose wird in dem Artikel auch als „Hitler-Rose“ bezeichnet. Der ungewöhnliche Name soll darauf zurückgehen, dass Nationalsozialisten Bunker an der Nordseeküste mit den Pflanzen bepflanzt haben, um sie zu tarnen.

Die Bekämpfung der Pflanze gilt als schwierig. Ein Rückschnitt reicht demnach nicht aus, weil selbst kleinste Wurzelreste genügen können, damit sie erneut austreibt. Für das Projekt wurden die Kartoffelrosen zunächst oberirdisch entfernt. Anschließend verlegten Arbeiter das Spezialgewebe über die betroffenen Flächen.

Eine vergleichbare Methode wurde laut dem Artikel bereits an der Ostsee erfolgreich getestet. Auf Sylt wird sie nun erstmals unter den anspruchsvolleren Bedingungen der Nordsee eingesetzt. Sandfarbene Matten sind unter anderem neben dem Radweg zwischen Kampen und List sowie in den Dünen am Parkplatz des Lokals Buhne 16 zu sehen.

Mit der Eindämmung der Kartoffelrose soll zugleich der Lebensraum des Goldafters zurückgehen. Der Schmetterling legt seine Nester in der Pflanze an. Seine giftigen Brennhaare können beim Menschen allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atemwegsbeschwerden auslösen.

Ziel der Maßnahme ist nach den Angaben, die natürliche Heide- und Dünenlandschaft wiederherzustellen und langfristig zu sichern.

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